Im Interzonenzug

Jesus der Jude
Roman von Nathan Ceas

 

Im Berlin der Nachkriegsjahre 1949-1950 beginnt das Leben und die Stadt wieder zu pulsieren. Dass sich Daniel entschlossen hat katholischer Priester zu werden, liegt an seinen lockeren Lebensumständen, die ihm alle Freiheit geben, das zu tun wozu er Lust hat.

 

Sein Besuch des humanistischen Gymnasiums wird immer spärlicher und seine Schwarzmarktgeschäfte immer erfolgreicher. Sein Umgang mit amerikanischen Besatzungssoldaten verführt zu Alkohol und Freudenmädchen, mit denen er einen sehr engen und intimen Umgang pflegt. Trotz seiner Jugend ist Daniel davon überzeugt, sein Leben zweimal gelebt zu haben. Der Einfluss zwei verschiedener, aber aus der selben Quelle entstandener Religionen, prägte ihn und bildet einen wichtigen Leitfaden seines Lebensweges. Nun hat er das mondäne Leben satt und folgt dem Ruf seines Inneren katholischer Priester zu werden.

 

Der Interzonenzug von Westberlin nach Köln soll ihn zu dem Ort führen, der ihm das anbietet, wonach er sich gerade mit aller Kraft und Überzeugung sehnt. Ein radikaler Schnitt. Bald wird er diese turbulenten Jahre hinter sich haben. Ruhe und Hoffnung haben sich in seinem Herzen eingenistet und nur Stunden trennen ihn von seinem letzten endgültigen Lebensabschnitt und seiner Mission. Der Interzonenzug fährt nicht nur Daniel zu seinem Ziel. Sondern auch Marianne, die in Magdeburg in sein Abteil zusteigt, die eine ungeheure erotische Anziehung auf ihn ausübt, die auf Gegenseitigkeit beruht. Marianne ist eine gut aussehende und gebildete junge Frau, die der Meinung ist, dass Glaube, Religion und Keuschheit in verschiedene Schubladen gehören. Sie sieht keinen Zusammenhang zwischen Glauben und Enthaltsamkeit und zumal nicht in Verbindung mit Jesus, der ein leidenschaftlicher Jude war.

 

Eine unüberwindliche erotische gegenseitige Anziehung prägt die feurige und faszinierende Diskussion, die Daniel und Marianne während der ganzen Fahrt führen und die droht, ihre Lebenswege anders zu gestalten. Sie eine Jüdin, die sich in der Tora und dem Talmud auskennt und Daniel immer wieder beweisen will, dass der christliche Glaube nie hätte entstehen können, wenn es das Judentum nicht gegeben hätte. Daniels Auseinandersetzung mit dem Leiter des Priesterseminars über die Darstellung des Jesus am Kreuz, der Dreifaltigkeit und dem Koran stürzt ihn in eine Krise. In der Kapelle setzt er sich an die Orgel, lässt seiner Enttäuschung im Spiel freien lauf, gewinnt neuen Kampfesmut, die ihn zur Erkenntnis führt, dass er Theologie studieren muss, um das Einende in den Religionen zu finden und nicht das Trennende.

 

Dass ihn die Diskussion im Interzonenzug mit Marianne zu dieser Einsicht gebracht hat, der christliche Glaube sei aus dem mosaischen entstanden, ist ihm bewusst geworden. Er sucht Marianne in Köln auf und sagt ihr, dass er Theologie studieren will.

 

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Details zum Buch:
Erschienen im Shaker Media Verlag im November 2012
117 Seiten - Deutsch - Format 11,5 x 18,5 cm
ISBN 978-3-86858-881-1
Preis: 13,90 €

 

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